Naziverbrechen – DB und Schenker

Zu den bedeutendsten Raubunternehmen und Plünderern bei den deutschen Überfällen und Massenverbrechen in Europa (1933-1945) gehört die Firma Schenker. Heute firmiert das Nachfolgeunternehmen als „DB-Schenker“ und ist Teil des riesigen deutschen Bahn-
Konzerns. „DB-Schenker“ befindet sich in Staatsbesitz und untersteht dem Bundesministerium für Verkehr.
Wo immer in Europa Menschen in die Vernichtungs- und Zwangslager, in Sklavenarbeit und Gefangenschaft deportiert wurden, hatte sich Schenker mit der staatlichen deutschen Bahn die Arbeit und den kriminellen Profit geteilt: In großem Stil, mit tausenden Lastwagen,
räumte Schenker Wohnungen, Museen, Synagogen oder Industriekomplexe in den besetzten Ländern leer und ließ die Hinterlassenschaften mit der Bahn nach Deutschland transportieren.

mehr: http://zug-der-erinnerung.eu/download/the_schenker_papers_de.pdf und http://zug-der-erinnerung.eu/download/rundschreiben_thessaloniki_05.2016.pdf

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TTIP

Die größte Verschwörung gegen die Demokratie in Europa der letzten 60 Jahre? Naja, die anderen sind noch nicht bekannt. Zumindest die Putschpläne für Italien waren vergleichbar.
Hier geht es zu den geleakten Unterlagen: http://ttip-leaks.org/

Wettbewerb führt zu Müll – auch in der Wissenschaft!

Wissenschaftler aller Fachbereiche veröffentlichen auf Teufel komm raus Ergebnisse ihrer Arbeit in möglichst hoch angesehenen Fachzeitschriften, dafür schönen sie die Ergebnisse, zum Teil werden sie sogar gefälscht. Das ist die Bilanz der Sendung „Publizieren um jeden Preis – Qualität in der Wissenschaft“ von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster, die am 27. April 2016 in SWR 2 Wissen lief. Der Skandal, der hier zur Sprache kommt, toppt den um Theodor von Guttenberg und seine Dissertation um einiges. Aber während Guttis Fälschung rauf und runter durch die Medien ging, spielt dieses Thema kaum eine Rolle. Continue reading

Kriminalgeschichte des Kapitalismus

Sie müsste endlich geschrieben werden, die Kriminalgeschichte des Kapitalismus, so wie Karlheinz Deschner die Kriminalgeschichte des Christentums schrieb. Dabei kann es nicht um die Beschreibung purer Ungerechtigkeit gehen. Die ist normal in einem System, das auf der Ausbeutung der Arbeitskraft der Mehrheit der Menschen durch die Minderheit der Kapitalbesitzer beruht. Nein, es geht um echte Kriminalität. Es geht um wirtschaftliches, staatliches, politisches, juristisches, verwaltungsmäßiges Handeln der Herrschenden, das gegen jene Gesetze verstößt, die sich das Staatswesen selber gegeben hat. Die Kriminalgeschichte beginnt, wenn der Staat in den Untergrund geht. Wenn Geheimdienste Anschläge ausführen, wenn destabilisiert wird, wenn der Ausnahmezustand herbeigeführt wird, um Gesetze verschärfen zu können, wenn der politische Gegner mit Gewalt und Rechtsbruch bekämpft wird.

Der Kapitalismus hat hier eine lange Geschichte und wahrscheinlich überlappt sie sich sogar mit der Kriminalgeschichte des Christentums. Sie begleitet das System von Anfang an. Einiges geschah und geschieht nicht im Verborgenen, liegt offen zu Tage, die Militärputsche in Südamerika der siebziger und achtziger Jahre zum Beispiel. Dass die amerikanischen Geheimdienste in diese Putsche verwickelt waren, sie sogar initiierten und leiteten, das sollte verborgen bleiben, wenn es um die Herren der amerikanischen Hemisphäre geht. Aber die Verschwörungen werden immer wieder aufgedeckt.

Die “Kriminalgeschichte des Kapitalismus” kann hier nicht geschrieben werden; es wäre ein Mammutprojekt für mehrere Jahre und mehrere Menschen. Aber es soll eine Sammlung begonnen werden – von Literatur, Zeitungsartikeln und Seiten im Netz.
Damit beginne ich jetzt.
Wer sich bedienen will, kann es gerne tun!

Begriffliche und sonstige Verwirrungen

Zu „Endlose Akkumulation“ von Jason w. Moore in Lunapark21 Nr. 32

von Christel Buchinger

Jason W. Moore „versucht in dem (…) Text, marxistische, ökosozialistische und feministische Ansätze zu einer Synthese zu bringen“, heißt es im Vorspann zu dem Artikel „Endlose Akkumulation? – Die nicht bezahlten Quellen des kapitalistischen Reichtums“ im Lunapark21 Nr 32. Könnte eine spannende Lektüre werden.

Aber schon die ersten beiden Sätze sind verstörend. „Jede Zivilisation muss entscheiden, was wertvoll ist und was wertlos. Marxisten sprechen hier meist vom ‘Wertgesetz’“. Sollte der Autor hat vom marxistischen Wertgesetz keine Ahnung haben?. Und er merkt nicht, dass er unterschiedliche Begriffe von ‘Wert’ benutzt. Das marxsche Wertgesetz handelt vom Wert der Waren. Dieser entsteht in dem objektiven Prozess der kapitalistischen Warenproduktion durch die Arbeit. Ob die ‘Zivilisation’ das ‘entscheidet’ oder nicht. Dann vollführt er eine Pirouette: es sei kein Begriff, der sich ohne weiteres auf die Tagespolitik beziehen oder auf die Geschichte des Kapitalismus anwenden ließe. Der Wert oder das Wertgesetz lassen sich nicht auf den Kapitalismus anwenden? Auf was denn sonst? Moore will marxistische, ökosozialistische und feministische Ansätze zu einer Synthese bringen? Den marxistischen Ansatz, das deutet sich hier an, versteht er aber gar nicht.

Also geht es zum Ökosozialismus. Da will Moore zuallererst das „Credo der Moderne“, die Trennung zwischen Mensch einerseits und Natur andererseits überdenken. Überdenkt er nun die Trennung oder die Zusammenführung mit dialektischer Methode? Nein! Er überdenkt sie gar nicht, er stellt sie nur fest, aber nicht in ihrer Widersprüchlichkeit sondern er konstatiert sie platt. Continue reading

Volkswagen – Wer bezahlt?

von Christel Buchinger

18 Milliarden Euro Strafe für VW! Wegen eines kleinen Pfuschs bei der Abgasbestimmung. Ein Kavaliersdelikt. Oder? In Deutschland hätte danach kein Hahn gekräht. Aber die Amis machen Palaver! 18 Milliarden! Da hat auch ein Weltkonzern dran zu knabbern. Eine Schlappe für Winterkorn und ein Schlag für die Aktionäre. Aber auch für den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Osterloh, nicht wahr? Osterloh wollte doch helfen, so hieß es, den VW-Konzern zum weltweiten Marktführer zu machen. Das ist zwar nicht die Aufgabe eines Betriebsrats, dieser sollte sich um die Interessen der Beschäftigten kümmern. Der Betriebsrat bei VW ist aber so gut integriert und so hoch identifiziert und dotiert, dass er die Interessen von Konzern und Beschäftigten gar nicht mehr auseinanderhalten kann. Und so wollte Osterloh helfen, indem er die Beschäftigten dazu bringt zu helfen, VW zum weltweiten Marktführer zu machen. Und die Beschäftigten? Die machen mit.

Das ist nämlich ein weiterer Effekt der Hartz 4 Gesetze: die Angehörigen der Kernbelegschaft können „ihren“ Betrieb nicht mehr verlassen, ohne massive Lohneinbußen zu riskieren. Gefesselt an den Konzern, schwindet ihre Verhandlungsmacht. Als nützliche Zwerge schwindet auch ihr Selbstbewusstsein. Und es setzt so etwas ein wie der „Stockholmeffekt“. Die Identifizierung mit dem Konzern ist nicht psychisch gesund. Sie setzt eine erkleckliche Selbsttäuschung voraus.

Keine zwei Monate ist es her, dass der Volkswagenkonzern in Wolfsburg und der Gesamtbetriebsrat von VW eine Vereinbarung über eine „effizientere Arbeits- und Prozessorganisation“ getroffen haben. Unter Begriffen wie „Kampf der Verschwendung“, „schneller und innovativer“, „effizientere Abläufe“ sollte die Ausbeutung der Belegschaft verbessert werden, was sonst? Natürlich ging es auch um höhere Arbeitszufriedenheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz, so die Fensterreden.

Jetzt wissen Osterloh und die fleißigen Beschäftigten, dass ihre Bemühungen wenigstens dazu gut sind, die Strafe in den USA zu bezahlen. Was muss passieren, damit sie begreifen, dass sie alles bezahlen?

Wer baute das siebentorige Theben? In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?

Bert Brecht

Befreiung oder neoliberale Freiheit?

von Christel Buchinger

Wenn eine linke, mehr noch eine sich marxistisch wähnende Zeitung über Prostitution schreibt, was erwartet man da?
Man könnte erwarten, dass über die Armutsflucht von Frauen aus Osteuropa direkt in die deutschen Puffs geschrieben wird.
Dass Frauen ihren Körper zur Nutzung durch Männer zur Verfügung stellen, um ihre Kinder zu ernähren, also aus wirtschaftlicher Not? Oder, was nicht selten vorkommt, weil sie von ihrer Familie, ihren Männern, ihren Vätern dazu gedrängt werden, sich als Zeitsklavin zu verkaufen?
Man könnte erwarten, dass über die Ökonomie der Prostitution geschrieben wird, wer daran verdient und wieviel, wie die sog. Laufhäuser organisiert sind, welchen Prozentsatz die Frauen an die „Unternehmen“ abliefern müssen. Da stecken große Skandale drin, wenn man nur wenig gräbt. Continue reading