Biosphärenreservat Bliesgau

Was funktioniert, ist die Öffentlichkeitsarbeit

Biosphärenreservat, das hört sich gut an. Klingt nach internationalem Schutz, Natur, schönen Landschaften. Und so kann man es auf dem saarländischen Geoportal lesen: “UNESCO-Biosphärenreservate sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Der Schutz der biologische Vielfalt, die Förderung eines naturverträglichen Tourismus und innovativer umweltschonender Produktionsweisen,  die Entwicklung und Vermarktung regionaler Produkte – all dies sind Aufgaben, die in Biosphärenreservaten wahrgenommen werden. Sie bieten die große Chance, modellhaft neue Perspektiven für eine nachhaltige regionale Entwicklung zu erproben.”

Dazu sind die Reservate in drei Zonen aufgeteilt: Die sog. Kernzone ist ein echtes Schutzgebiet, hier sind menschliche Aktivitäten tabu. In der sog. Pflegezone sollen gewachsene Ökosysteme, wie Streuobstwiesen und Trockenwiesen geschützt und durch menschliche Bewirtschaftung erhalten werden. Den großen Rest nennt man Entwicklungszone, hier soll nachhaltiges Wirtschaften exemplarisch erprobt werden.

Heute morgen unterwegs in der Pflegezone oberhalb von Riesweiler und Utweiler. Feldgehölze unterstehen überall einem besonderen Schutz, das heißt, sie dürfen nicht einfach entfernt werden. In der Biosphäre  erst recht nicht, sollte man denken. Aber schon im letzten Jahr hat ein Bauer ca. 2 laufende Meter Hecke an seinem Acker entfernt und dieses Jahr erneut zwei Meter. Er denkt wohl, das falle nicht so auf, wenn er stückchenweise die hinderliche Hecke entfernt. Wenn er so weitermacht, ist sie in vier bis fünf Jahren weg. Da die Biosphäre aber eh nur auf dem Papier existiert und niemand kontrolliert, ob die Regeln eingehalten werden, weil die Verwaltung viel zu beschäftigt ist, eine super Öffentlichkeitsarbeit für die Biosphäre zu machen, um – natürlich nur sanfte – Touristen in die Gegend zu locken, hat der Bauer wenig zu befürchten.

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