Wettbewerb führt zu Müll – auch in der Wissenschaft!

Wissenschaftler aller Fachbereiche veröffentlichen auf Teufel komm raus Ergebnisse ihrer Arbeit in möglichst hoch angesehenen Fachzeitschriften, dafür schönen sie die Ergebnisse, zum Teil werden sie sogar gefälscht. Das ist die Bilanz der Sendung „Publizieren um jeden Preis – Qualität in der Wissenschaft“ von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster, die am 27. April 2016 in SWR 2 Wissen lief. Der Skandal, der hier zur Sprache kommt, toppt den um Theodor von Guttenberg und seine Dissertation um einiges. Aber während Guttis Fälschung rauf und runter durch die Medien ging, spielt dieses Thema kaum eine Rolle. Continue reading

Wie fühlt sich ein Hartz 4 Empfänger, der sieht, wie die Flüchtlinge empfangen werden?

von Christel Buchinger

Wie fühlt sich ein Hartz 4 Empfänger, der sieht, wie die Flüchtlinge empfangen werden? Freundlich, offen, auch erwartungsvoll. Kinder werden auf den Bahnhöfen in die Arme genommen, man hat warme Kleidung mitgebracht, etwas zu essen und zu trinken. Es werden Willkommensfeste gefeiert. Was denkt einer, wenn eine ganze Gesellschaft – oder eine halbe – sich auf die Socken macht, um den Vertriebenen zu helfen, ihre Not zu lindern. Niemand hat bisher den Kindern des Hartz 4 Empfängers einen Teddybär geschenkt, niemand hat für ihn den Dachboden oder den Keller durchkämmt nach Geschirr, Besteck, Teppichen und Couch, Lampen, Bilder, Handtücher, Blumenvasen, Kinderkleidung, Spielzeug. Vor diesen vielen netten und hilfsbereiten Menschen hat sich der Hartz 4 Empfänger eher versteckt, seine Armut vertuscht. Er ist arbeitslos und er hat aufgegeben. Das Jobcenter zwingt ihn hin und wieder in Jobs, in denen man für Knochenarbeit nichts verdient, ein Auto zur Verfügung stellen muss, ohne es vergütet zu bekommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur sind unfreundlich, vorwurfsvoll und oft gemein. In der Nachbarschaft wird wahrscheinlich gemunkelt, er sei faul, liege der Allgemeinheit auf der Tasche. Er fühlt sich gedemütigt, nein, er wird ständig gedemütigt, von den Medien, von Mitmenschen. Er fühlt sich wertlos, schutzlos und wehrlos. Continue reading

Die fünfte Gewalt?

Letzten Sonntag, am 3. April wurde in SWR2 Aula ein Vortrag von Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler an der Uni Tübingen, ausgestrahlt. Titel: Die fünfte Gewalt. Die neue Macht der Vernetzten.
In der Ansage heißt es: “Diese digital Vernetzten verändern die Agenda und das Tempo klassischen Journalismus, sie veröffentlichen auf Blogs, Wikis, in sozialen Netzwerken, sie stürzen Politiker, bilden Protestgemeinschaften, bringen Unternehmen in Bedrängnis.” Es geht also um die Öffentlichkeit im Netz. Aber wieso eigentlich die “fünfte Gewalt”? Neben den drei staatlichen Gewalten, Legislative, Exekutive und Judikative und der sog. vierten Gewalt, den Medien, soll es also eine fünfte Gewalt geben, die durch die Kommunikation im Internet entsteht? Wird da nicht etwas verwechselt, übersehen, verdrängt?

Die drei staatlichen Gewalten existieren doch nicht aus sich selbst heraus, auch wenn das ihren Vertreterinnen und Vertretern häufig so vorkommen mag. Sie sind Gewalten, die vom “Volk” ausgehen. “Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus”, heißt es in der Verfassung. Alle drei Staatsgewalten gehen auf die Gewalt des Volkes zurück, das allein berechtigt ist, sich eine Verfassung zu geben. Es ist das “Volk, der große Lümmel”, der sich im Internet tummelt, dort  kommuniziert, sich organisiert, nicht eine Gewalt unter mehreren, sondern DIE Gewalt. So betrachtet, ist der Vortrag in SWR2 Aula hochinteressant!

Hier der Link

Non letal weapons zur Aufstandsbekämpfung

Albrecht Kieser: Sanfte Waffen für harte Zeiten – Von Elektro-Tasern und Schallkanonen

http://www.bdwi.de/forum/archiv/archiv/1046467.html

http://www.bdwi.de/suchen/1342564.html?searchshow=sanfte%20waffen
Dort wird Kay Nehm, ehem. Generalbundesanwalt zitiert mit einem Vortrag den er auf der Konferenz „Future Security“ im Juli 2006 in Karlsruhe hielt. Die pdf Datei des Vortrags ist bei mir erhältlich.

Siehe auch:
‘Non-lethal Weapons’ Tackle Protests Against Globalisation
By Julio Godoy
PARIS, Oct 26, 2007 (IPS) – Several European governments are arming their police forces with a new range of “non-lethal weapons” to put down protests against globalisation, and among immigrants.
Governments in France, Switzerland, Germany, Spain, and several other countries have ordered such weapons, or are about to, even though human rights groups are warning that the supposed “non-lethality” of the guns is a myth, and that they actually can kill people.

http://www.globalresearch.ca/european-governments-arming-police-with-non-lethal-weapons/7191?print=1

Krimineller Waffenhandel

Quellen:
1. “Die Öffentlichkeit wurde massiv getäuscht” Gespräch mit Jürgen Grässlin über sein Buch “Netzwerk des Todes” in Hintergrund – Das Nachrichtenmagazin, 1. Quartal 2016.
2. Jürgen Grässlin, Daniel Harrich; Danuta Harrich-Zandberg: Netzwerk des Todes -Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden. München 2015
3. Jürgen Grässlin, Schwarzbuch Waffenhandel – Wie Deutschland am Krieg verdient. München 2013.

Kriminalgeschichte des Kapitalismus

Sie müsste endlich geschrieben werden, die Kriminalgeschichte des Kapitalismus, so wie Karlheinz Deschner die Kriminalgeschichte des Christentums schrieb. Dabei kann es nicht um die Beschreibung purer Ungerechtigkeit gehen. Die ist normal in einem System, das auf der Ausbeutung der Arbeitskraft der Mehrheit der Menschen durch die Minderheit der Kapitalbesitzer beruht. Nein, es geht um echte Kriminalität. Es geht um wirtschaftliches, staatliches, politisches, juristisches, verwaltungsmäßiges Handeln der Herrschenden, das gegen jene Gesetze verstößt, die sich das Staatswesen selber gegeben hat. Die Kriminalgeschichte beginnt, wenn der Staat in den Untergrund geht. Wenn Geheimdienste Anschläge ausführen, wenn destabilisiert wird, wenn der Ausnahmezustand herbeigeführt wird, um Gesetze verschärfen zu können, wenn der politische Gegner mit Gewalt und Rechtsbruch bekämpft wird.

Der Kapitalismus hat hier eine lange Geschichte und wahrscheinlich überlappt sie sich sogar mit der Kriminalgeschichte des Christentums. Sie begleitet das System von Anfang an. Einiges geschah und geschieht nicht im Verborgenen, liegt offen zu Tage, die Militärputsche in Südamerika der siebziger und achtziger Jahre zum Beispiel. Dass die amerikanischen Geheimdienste in diese Putsche verwickelt waren, sie sogar initiierten und leiteten, das sollte verborgen bleiben, wenn es um die Herren der amerikanischen Hemisphäre geht. Aber die Verschwörungen werden immer wieder aufgedeckt.

Die “Kriminalgeschichte des Kapitalismus” kann hier nicht geschrieben werden; es wäre ein Mammutprojekt für mehrere Jahre und mehrere Menschen. Aber es soll eine Sammlung begonnen werden – von Literatur, Zeitungsartikeln und Seiten im Netz.
Damit beginne ich jetzt.
Wer sich bedienen will, kann es gerne tun!