10 Prozent für die oberen zehn Prozent

von Christel Buchinger

Was ist das für eine Kapitalistenklasse? Was sind das für Kapitaleigner? Luschen! Feige Memmen! Sie lassen sich das Geschäft von ein paar hyperbezahlten Managern machen, die sich selber bedienen, zuweilen so, dass in ihren Taschen prozentual und absolut mehr landet als in den Taschen der Aktionäre. Dieweil die Kapitalfuzzis gar nicht mehr agieren, tun die Manager so, als seien sie die eigentlichen Beherrscher des Kapitals.

Sind sie aber nicht. Sie sind Hofnarren, Schranzen. Womit wir beim Thema wären. Die Kapitaleigner handeln so und leben mittlerweile wie die alten Feudalherren. In Saus und Braus, gehen ihren Hobbies und ihren Spielchen nach, betätigen sich auch gerne karitativ. Lassen ihr Geld für sich arbeiten. (Sie glauben das wirklich!) Sie beschäftigen Bänker, die mit ihren Milliarden an den Börsen zocken und versuchen, noch mehr Milliarden daraus zu machen. Sie glauben an die substanzlose Geldvermehrung. Sie leben wie die Maden im Speck.

Das ist eine Situation wie 1789. Im höchstentwickelten Kapitalismus ist der Feudalismus zurückgekehrt, leben die Oberen feudal und wie im alten Feudalismus ohne konkrete Funktion. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihre Fabriken zu leiten, über Investitionen zu entscheiden, strategische Planungen zu machen. Sie haben keine Ideen mehr. Sie sind zur Leitung und Führung von Staat und Unternehmen nicht fähig und zu faul dazu. Das lassen sie ihre Hofschranzen bewerkstelligen, ihre Neckers, und ihre Einflüsterer.

Die oberste Schicht der Kapitalisten lebt so parasitär wie seinerzeit der Versailler Hof. Wäre es da nicht angebracht, darüber nachzudenken, ob ein erster Schritt aus der vermaledeiten Zwangsjacke dieses Kapitalismus, den die Oberen nicht ändern wollen (und können), wäre es nicht eine hübsche Idee, zu sagen: lasst es uns doch so machen wie sellemols im Feudalismus. Ihr bekommt den Zehnten. Zehn Prozent von allem! Zehn Prozent des Volkseinkommens. Rumsdibums in eure Taschen! Ich weiß nicht, ob das im Vergleich zu jetzt, viel oder wenig ist. Für Euch viel oder wenig ist. Für uns ist es viel für das eine Prozent, das ihr seid, oder die 0,1 Prozent. Aber die restlichen 90 Prozent sind unser. Damit machen wir, was wir wollen. Damit richten wir uns ein und gestalten wir uns eine Ökonomie, einen Staat, ein Sozialwesen, eine Bildungs- und Zukunftspolitik – einen Staat und eine Wirtschaft also, wie wir sie brauchen. Da hätten wir doch alle eine Menge Ideen! Da hätten wir viel zu diskutieren. Ob es ein besserer Sozialismus würde, weiß ich nicht. Vielleicht erst mal nur ein besserer Kapitalismus. Oder ein Endkapitalismus, ein Übergangskapitalismus, ein Transferkapitalismus. In dem wir so viele Erfahrungen sammeln können, und so viel Wissen und Kenntnisse uns aneignen, dass wir den nächsten Schritt, ihn abzuschaffen, und den Herrschaften da oben zu erzählen: die zehn Prozent bekommt ihr auch nicht mehr.

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