Sind die Medien schuld? Die Linke sollte nicht auf sie setzen!

von Christel Buchinger

Boykottieren die Medien die Linke?

Wahlen und Wahlprognosen sind die Ergebnisse für die Linke nicht hoffnungsvoll. Viele Mitglieder und RepräsentantInnen führen dies (auch) auf einen in letzter Zeit deutlich erkennbaren Medienboykott zurück. Wer sich die Mühe einer auch nur oberflächlichen Statistik macht, muss erkennen, dass dies stimmt: die Medien – und zwar alle – boykottieren tatsächlich und ganz offensichtlich die Partei DIE LINKE. Nur ein Beispiel: Acht bis neun von zehn Meldungen bei Deutschlandradio Kultur, die Parteimeinungen und -stellungnahmen zu unterschiedlichen Themen beinhalten, lassen – bei vollständiger Nennung aller anderen Positionen von Parteien im Bundestag – die Meinung der Linken weg. Darauf kann man wetten! Wenn es aber um die sog. Personalquerelen geht, dann berichten und kommentieren die Medien bereitwillig. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kommt folglich nicht an, was die Linke zum Beispiel zur Schuldenkrise sagt und gleichzeitig wird das Bild einer völlig zerstrittenen Partei gemalt. Letzteres mit Unterstützung einiger Funktionäre selber. Deren Motivation zu solchem Tun wäre gesondert zu untersuchen.

Da alle Medien daran beteiligt sind, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Erstens die Linke macht schlechte Vorschläge und sie benimmt sich schlecht und die Medien tun ihre Pflicht, belästigen die Menschen nicht mit den dummen Absonderungen der Parteifunktionäre und zeichnen ein realistisches Bild einer zerstrittenen, unfähigen Partei. Oder aber die Linke macht die richtigen Vorschläge, die sich von den Vorschlägen der anderen Parteien deutlich unterscheiden und ihr Benehmen unterscheidet sich hingegen in Wirklichkeit nicht von dem anderer Parteien. Dann müssten die Medien entweder völlig verblödet oder korrupt sein. Continue reading

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